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#164 Kirch­mö­ser am 23.09.25

#164 Rund um die Pul­ver­fa­brik in Kirch­mö­ser (23.09.25)

Wir tra­fen uns mit der fach­kun­di­gen Stadt­füh­re­rin Anna Büge vor dem Obe­lis­ken am See­gar­ten, die uns nach einer freund­li­chen Begrü­ßung Ein­zel­hei­ten zum Nord­tor und dem impo­san­ten Gebäu­de der Haupt­ver­wal­tung der Pulv­ber­fa­brik ver­mit­tel­te. An einem Reli­ef-Modell wur­de uns ein Über­blick über das gesam­te Werks­ge­län­de gezeigt. Außer­dem erfuh­ren wir Fak­ten zur Geschich­te der Pulverfabrik.
Der Bau der preu­ßi­schen Pul­ver­fa­brik mit 400 Fabrik­ge­bäu­den und zusätz­lich 172 Woh­nun­gen wur­de 1914 begon­nen. Inner­halb  von zwei Jah­ren wur­den noch der 65 m hohe Was­ser­turm, ein Feu­er­werks­la­bo­ra­to­ri­um und der Bahn­hof Kirch­mö­ser in Betrieb genom­men. Über  6000 Men­schen waren bis zum Kriegs­en­de 1918 dort beschäf­tigt. Wie im Ver­sailler Ver­trag nach Kriegs­en­de fest­ge­legt, muss­ten Pul­ver­fa­brik und Feu­er­werks­la­bo­ra­to­ri­um sofort liqui­diert wer­den. 1919 über­nahm die Deut­sche Reichs­bahn das Werk und wan­del­te es für Arbei­ten zur Instand­hal­tung und War­tung von Loko­mo­ti­ven, sowie für die Pro­duk­ti­on von Glei­sen um. Im zwei­ten Welt­krieg wur­de das Werk zur Pro­duk­ti­on von Pan­zern und Pan­zer­tei­len umfunk­tio­niert, nach dem Krieg wur­de das Gelän­de von der Roten Armee über­nom­men, sämt­li­che Pro­duk­ti­ons­an­la­gen demon­tiert und schon bis Sep­tem­ber 1945 in die Sowjet­uni­on gebracht. Die Fabrik­an­la­gen sind noch sehr gut erhal­ten und zum Teil frei erreich­bar. Der Was­ser­turm darf nur inner­halb einer Füh­rung besucht werden.

Wir leg­ten den zwei­stün­di­gen Rund­gang zu Fuß zurück. Vor­bei an dem Werkspen­del (Lok) und der Alten Bade­an­stalt für die Werk­tä­ti­gen  gelang­ten wir zum High­light, dem 65m hohen Was­ser­turm, der nicht nur bei schö­nem Wet­ter einen herr­li­chen Pan­ora­ma­blick von sei­ner Aus­sichts­platt­form gewährt. Da zur Zeit der Pul­ver­fa­brik zahl­rei­che Kriegs­ge­fan­ge­ne für die Pull­ver­pro­duk­ti­on her­an­ge­zo­gen wur­den, ent­stan­den für ihre Unter­brin­gung Bara­cken unweit der Fabrik und den Vil­len der ehe­ma­li­gen Offi­zie­re. Unser Rund­gang führ­te uns durch die­sen Teil Kirch­mö­serns, immer  durch inter­es­san­te Erklä­run­gen der  Stadt­füh­re­rin angereichert.

Wir bedan­ken uns ganz herz­lich für die span­nen­den zwei Stun­den, die uns Frau Büge schenk­te. (www.annabuege.de)

 

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